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Dramatische Preissteigerungen und Engpässe bei Baumaterialien: Woran liegt´s?

Dramatische Preissteigerungen und Engpässe bei Baumaterialien: Woran liegt´s?

Du merkst es, wenn Du Dir ein Paket Dachlatten kaufen möchtest, um eine Unterkonstruktion für eine Trockenbauwand zu zimmern. Es fällt Dir garantiert auf, wenn Du einige Säcke Gartenbeton erwerben möchtest, um einem Gewächshäuschen ein festes Fundament zu geben. Und ganz sicher wirst Du es ebenso spüren, wenn Du Dein Dach vom Profi neu eindecken lässt und Dir hinterher auf der Rechnung die Position „Materialien“ genau ansiehst: Preissteigerungen bei Baumaterialien.

Praktisch alles, was sich unter dem Begriff Baumaterialien zusammenfassen lässt, hat innerhalb kurzer Zeit teils dramatische Preissteigerungen erlebt. Bei einigen Materialien sprechen wir sogar von den höchsten Preisen, die in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu zahlen sind – kaufkraftbereinigt, wohlgemerkt. Teils ist die Situation sogar so ernst, dass es Lieferengpässe gibt, Du also länger als gewohnt auf etwas warten musst.

Eines können wir Dir dabei direkt versichern: Händler wie wir von markenbaumarkt24.de haben damit gar nichts zu tun. Tatsächlich machen die hohen Preise und Engpässe uns das Leben ebenso schwer. Beeinflussen können sogar weder wir noch Du etwas daran. Denn diese Kostenkapriolen sind ein ähnlich vielschichtig verwurzeltes Problem wie eine üble Brombeerpflanze am Gartenzaun.

Welche Materialien von Preissteigerungen und Engpässen besonders betroffen sind

Materialien mit gestiegenen Preisen
stock.adobe.com © U. J. Alexander

Merklich teurer geworden sind praktisch alle Baumaterialien; tatsächlich gibt es sogar einen Startzeitraum, das vierte Quartal 2020. Am schlimmsten ist die Lage allerdings bei einigen ganz speziellen Produkten. Namentlich sind dies

  • Bauholz,
  • Beton,
  • Bitumenprodukte,
  • Dämmstoffe,
  • Holz- und Holzbaustoffe,
  • Kunststoffprodukte,
  • Kupfer,
  • Lacke und Farben,
  • Putze, sowie
  • Stahl.

Grundsätzlich steht hinter den Preisanstiegen eine Knappheit. Das heißt, die Preise stiegen nicht aufgrund irgendwelcher vagen Auslöser, sondern weil bei all diesen Baumaterialien entweder weltweit oder regional weniger produziert wird als der Markt verlangt.

Der Rest ist einfache Marktwirtschaft: Das Verhältnis Nachfrage/Angebt ist schlecht, also steigen die Preise und es gehen viele leer aus, die diese nicht zahlen können.

Die Gretchenfrage jedoch, die wir Dir in diesem Text beantworten möchten, ist die nach dem Warum: Warum ist urplötzlich so vieles teuer oder sogar nur noch unter Schwierigkeiten erhältlich?

Immer wieder Corona

Bereits als wir eben das vierte Quartal 2020 erwähnten, konntest Du Dir vermutlich denken, dass die Pandemie einen erheblichen Anteil an der Lage hat. Tatsächlich ist sie sogar der bedeutendste Grund für die Misere.

Allerdings ist sie nicht einzig dafür verantwortlich. Seitdem der Ukrainekrieg gestartet ist und Russland von der Welt sanktioniert wird, kommt noch ein weiterer „Player“ hinzu.

Ungleich zu anderen Knappheiten lässt sich hier aber kein wirklicher zeitlicher Ablauf festlegen. Alle noch folgenden Ursachen sind vielfältig miteinander verschachtelt, geschahen und geschehen also zeitlich sich mehr oder weniger stark überlappend.

Heruntergefahrene Produktionen

heruntergefahrene Produktionen führen zu Preisanstiegen
stock.adobe.com © gilitukha

Wie bei allen Krisen, so gibt es bei den Baumaterialien ebenfalls einen Auslöser: Als in den ersten Jahresmonaten 2020 das Virus urplötzlich aus China über die Welt kam und die ersten Lockdown-Maßnahmen beschlossen wurden, fuhren viele Hersteller von Baumaterialien die Produktion herunter.

Das war nicht nur als reine Corona-Schutzmaßnahme in der eigenen Belegschaft nötig. Vielmehr befürchteten die Hersteller einen dramatischen Umfrageeinbruch. Ergo reduzierten sie die Produktion, um keine Überkapazitäten anzufertigen – denn deren Einlagerung verschlingt in der heutigen Zeit der Just-in-Time-Fertigung Unsummen. Was produziert wird, muss sofort abgeholt und weiterverteilt werden. Weniger oder gar nicht zu produzieren, ist deshalb günstiger als normal zu fertigen und alles für unabsehbare Zeit „auf Halde zu legen“.

Insbesondere in der Metallbranche, wo die Lieferketten sehr feingliedrig und global gespannt sind, kam es deshalb zu empfindlichen Störungen. Mal wurde ein Hafen stillgelegt, ein andermal konnte vielleicht ein Werk keine Legierungsmaterialien liefern oder es waren zu viele LKW-Fahrer krankgeschrieben. Derart zeigte sich die Lage ebenfalls bei vielen anderen Materialien. Teilweise ist dies noch bis heute so.

Plötzliche DIY-Explosion

Ab dem zweiten Quartal 2020 befand sich also die Welt im Lockdown. Vielleicht erinnerst Du Dich noch daran, wie Du Dir damals die Freizeit durch einige Renovierungs- und Selbermacherarbeiten angenehmer gestaltet hast. Das nämlich geschah auf der ganzen Welt – und zwar in folgender Konstellation:

  • Die Lockdowns betrafen die Baubranche nicht so stark, wie zuvor befürchtet. Vielerorts wurde also wie bisher weiter gebaut.
  • Viele ausgefallene Urlaube und Ähnliches machten Gelder frei, die von vielen Menschen in Form von Renovierungen investiert wurden.
  • Hinzu kamen dann noch jene Selbermacher, die die zusätzliche Freizeit für verschiedenste DIY-Projekte nutzen.

Ein sozusagen perfekter Sturm. Die Produktion war heruntergefahren, wurde tatsächlich jedoch schon wenige Wochen später noch stärker benötigt, als es in normalen Zeiten der Fall gewesen wäre. In der Folge wurden viele Hersteller und Zwischenhändler überrascht – allerdings wäre die zusätzliche Nachfrage selbst ohne Produktionsreduktion für Preissteigerungen verantwortlich gewesen.

China boomt wieder

China boomt nach Pandemie wieder
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China hat nach eigenen Angaben die Pandemie wohl besser überstanden als jedes andere Land. Abgesehen von Millionenstädte umfassenden Lockdowns ging man jedoch dort zumindest im dritten Quartal 2020 wieder zur Normalität über – fast.

Tatsächlich jedoch wurde die enorme Bauaktivität, die China schon seit Jahrzehnten vorlegt, nochmals beträchtlich gesteigert. Dem sowieso schon knappen Weltmarkt wurden also noch mehr Materialien entzogen. Doppelt problematisch: China ist, unter anderem für Beton, nicht nur wichtiger Konsument, sondern ebenso Produzent.

Die USA boomen ebenfalls

Als sich das Jahr 2020 dem Ende entgegenneigte, begann man auf der anderen Seite des Pazifiks ebenfalls, verstärkt zu bauen. In den USA kam es vor allem im Privathausbau zu einem ähnlichen Boom. Grund dafür war unter anderem ein dort ebenfalls stark gestiegener Drang zum Home-Office. Da man in den USA jedoch bevorzugt in Holzbauweise arbeitet, war dies vor allem für die weltweite Bauholzproduktion entscheidend – sowohl Vollholz als auch Holzprodukte, etwa Spanplatten.

Monatelang war die Lage so dramatisch, dass nicht bloß die USA nicht ihren eigenen Holzhunger stillen konnten, sondern sogar ein Großteil der kanadischen Produktion dorthin ging – und damit die Leistung der mit Abstand bedeutendsten diesbezüglichen Exportnation.

Bauholz ist allerdings einer der wenigen Stoffe, die sich zeitweilig erholten. Etwa Mitte 2021 sank die US-Nachfrage wieder dramatisch. Zwar sind die Preise immer noch recht hoch, wenigstens ist aber die Lieferbarkeit wieder merklich besser geworden. Doch schon Ende 2021 gab es neues Ungemach: Die USA belegten kanadisches Holz mit Strafzöllen. Dadurch wird es für holzexportierende Drittstaaten attraktiver, in die USA zu exportieren – statt beispielsweise Deutschland.

Nicht besser machen es diverse Waldbrände und Schädlingsvorfälle. Sie sorgen ebenfalls für einen verstärkten US-Importbedarf.

Spekulanten allerorten

Vielleicht hast Du schon mal von Grundstücks- und Wohnungsbesitzern gehört, die weder verkaufen noch vermieten, sondern nur halten, um zu noch besseren Konditionen verkaufen zu können. Etwas Ähnliches gab es zudem zu Corona-Beginn, als viele Menschen unrealistische Mengen an Dosennahrung, Toilettenpapier und Masken horteten – und nicht selten im Netz zu horrenden Preisen weiterverkauften.

Es dürfte Dich wohl nicht verwundern, dass Baumaterialien ebenfalls derartig missbräuchlich genutzt werden. Denn gerade jetzt, wo die Preissteigerungen zu spüren sind, spekulieren einige auf noch weitere Steigerungen – und kaufen dementsprechend auf und halten, was andernorts eigentlich dringend benötigt wird.

Russlands Angriffskrieg

Angriffskrieg durch Russland
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Weltweit werden derzeit immer mehr Corona-Maßnahmen aufgehoben. Die Welt normalisiert sich diesbezüglich sozusagen. Und noch im ersten Quartal 2022 gingen die meisten Experten davon aus, die Preissteigerungen und Knappheiten würden sich im Jahresverlauf allmählich „verlaufen“ und wir langsam wieder zur Normalität zurückkehren.

Am 24. Februar allerdings wurden diese Hoffnungen völlig zunichtegemacht, als Russland in die Ukraine einmarschierte. Was Baumaterialien anbelangt, ergeben sich daraus verschiedenste Problemstellungen:

  • Generell stieg der „Unsicherheitsfaktor“ seitdem wieder an, weshalb erneut verstärkt gehortet wird.  
  • Russland wurde von vielen Staaten mit einer ganzen Reihe von Sanktionen überzogen. Einen genauen Überblick liefert die deutsch-russische Außenhandelskammer. Dadurch kann Russland viele Produkte, darunter Baumaterialien oder irgendwie für deren Produktion nötige Materialien, nicht exportieren. Unter anderem Bitumen- und Asphalt- sowie Zementprodukte sind betroffen, ferner Holz.
  • Russisches Gas wurde dramatisch verteuert. Einerseits hat dies direkte Auswirkungen durch Verteuerungen von Herstellungspreisen; etwa über Strompreise. Andererseits wurde dadurch vielerorts Diesel zur Energieerzeugung attraktiver – fehlt deshalb aber nicht zuletzt beim Transport und somit der Baustoffversorgung.
  • In der Ukraine werden durch die Kampfhandlungen, sowie Flucht, Vertreibung und nicht zuletzt die Einziehung von Fachkräften zum Wehrdienst Produktions- und Exportprozesse empfindlich gestört. So ist das Land beispielsweise ein wichtiger Exporteuer in die EU für Eisenerz-Pellets und somit eine unabdingbare Vorstufe zur Herstellung von Stahlprodukten.

Ohne den russischen Überfall hätte sich die Situation wohl entspannt. Stattdessen wirst Du jedoch wohl auch 2022 weiterhin mit höheren Preisen und mitunter schlechterer Verfügbarkeit leben müssen. Bist du aktuell auch von den Preissteigerungen und Lieferengpässen betroffen? Und wo betrifft es Dich am meisten? Erzähle uns mehr dazu in den Kommentaren!

Celine

Celine arbeitet als Head of Content Marketing in unserem Online-Baumarkt.

Sie befasst sich regelmäßig mit den aktuellsten Trends, Produktneuheiten und wissenswerten Inhalten rund um die Bereiche Haus und Garten.

Gemeinsam mit dem Rest des Teams testet Celine Produkte aus unserem Online-Baumarkt-Sortiment, gestaltet DIY-Projekte und bereitet spannende Heimwerk-Themen verständlich für Dich auf.

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