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Dacheindeckung: Schritt für Schritt zum richtigen Material

Dacheindeckung: Schritt für Schritt zum richtigen Material

Sei es bei einem Neubau oder im Rahmen einer Modernisierung beziehungsweise Sanierung: Wann immer eine neue Dacheindeckung notwendig wird, stellt sich die Frage nach dem richtigen Material. Jedes Material bringt schließlich individuelle Eigenschaften mit sich und damit auch spezielle Vor- sowie Nachteile. Es entscheidet beispielsweise über die Lebensdauer, die Statik oder den Preis der Dacheindeckung. Es lohnt sich deshalb, sich einmal intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen, um Schritt für Schritt die richtige Entscheidung zu treffen. 

Schritt 1: Anforderungen definieren

Die Art der Dacheindeckung hat einen großen Einfluss sowohl auf die Optik als auch auf die Funktionalität des Daches. Es ist deshalb wichtig, zuerst die eigenen Anforderungen an das neue Dach zu definieren, um im zweiten Schritt ein passendes Material auswählen zu können. Ausschlaggebend sind hierbei Fragen, wie:

  • Welche Form soll das neue Dach haben?
  • Welche Farbe ist gewünscht?
  • Wie robust muss die Dacheindeckung gegenüber Witterungseinflüssen sein?
  • Welche Dachneigung ist gegeben?
  • Wie lang soll die Lebensdauer mindestens sein?
  • Soll eine Solaranlage auf dem Dach installiert werden?
  • Wie viel darf die Dacheindeckung kosten?
  • Werden weiteren Anforderungen gestellt?

Je nachdem, welche Voraussetzungen beispielsweise durch den Dachstuhl oder das Klima der jeweiligen Region gegeben sind, kann eine unterschiedliche Dacheindeckung optimal sein. Aber auch die zukünftigen Ziele müssen berücksichtigt werden, wenn beispielsweise eine Photovoltaikanlage geplant ist oder zumindest für die Zukunft in Erwägung gezogen wird.

Schritt 2: Optionen kennen

Sobald die Anforderungen definiert wurden und die Bauherren wissen, welche Optik und Funktionalität das Dach zukünftig haben soll, ist es wichtig, die verschiedenen Dacheindeckungen zu kennen und zu vergleichen. Zu den gängigen Materialien gehören zum Beispiel Bitumen, Dachsteine, Dachziegel, Faserzement, Kunststoffdachpfannen, Metall, Reet oder Schiefer.

Hierbei handelt es sich aber lediglich um übergeordnete Gruppierungen. Sie werden wiederum unterteilt in verschiedene Arten der jeweiligen Dacheindeckung. Metallische Dacheindeckungen können beispielsweise aus Aluminium, Titanzink oder Kupfer bestehen. Ein Bitumendach kann in Form von Schindeln oder Wellplatten angebracht werden. Dachziegel gibt es als sogenannten Biberschwanz, Strangfalzziegel, Flachdachziegel und in vielen weiteren Formen. Es ist deshalb sinnvoll, sich zuerst für ein Material und anschließend für die genaue Art von Dacheindeckung zu entscheiden. Hierbei müssen die Eigenschaften, Lebensdauer und Preise berücksichtigt werden:

Dachziegel

Die Dachziegel haben eine lange Geschichte und sind hierzulande eine häufige Wahl. Sie bestehen aus einer Tonmischung und gelten damit als umweltfreundliches Naturmaterial. Mittlerweile gibt es die Dachziegel in zahlreichen unterschiedlichen Farben sowie Formen, sodass sich bei fast jedem Haus eine passende Wahl findet. Die Dachziegel überzeugen neben ihrer Optik auch durch ihre überdurchschnittlich lange Haltbarkeit von häufig mehr als 100, mindestens aber 60 Jahren. Jedoch sind sie dementsprechend auch teurer als einige Alternativen und bei der Montage dürfen keine Fehler passieren, ansonsten droht das Eindringen von Wasser. Durchschnittlich ist bei Dachziegeln mit Kosten von 25 bis 50 Euro pro Quadratmeter zu rechnen.

Dacheindeckung mit Dachziegeln

Dachsteine

Häufig lassen sich Dachsteine zumindest für Laien nicht von Dachziegeln unterscheiden. Sie bestehen aber aus Beton und sind damit sehr robust sowie bruchfest. Jedoch bringen sie auch mehr Gewicht auf die Waage als die klassischen Ziegel, weshalb das Dach für diese Last geeignet sein muss. Ist dies der Fall, profitieren die Bauherren von einer größeren Farbauswahl als bei den Dachziegeln sowie von einer Dacheindeckung, die gegenüber Sturmschäden noch widerstandsfähiger ist. Die Lebensdauer der Betondachsteine liegt bei rund 30 bis 60 Jahren bei Kosten von durchschnittlich zehn bis 20 Euro pro Quadratmeter.

Faserzementplatten

Die Faserzementplatten bestehen ebenfalls teilweise aus Beton, der jedoch mit einem speziellen Fasergemisch versetzt wird. Das sorgt für noch mehr Festigkeit sowie Formstabilität. Die Faserzementplatten sind aufgrund ihrer modernen Optik beliebt, vor allem mit glatter Oberfläche. Es gibt aber auch Platten mit strukturierter Oberfläche und ähnlichen Eigenschaften wie Schiefer. Moderne Faserzementplatten bringen dabei den Vorteil mit sich, dass sie langlebig, korrosionsbeständig, leicht sowie feuerfest sind. Sie bieten zudem eine gute Wärmedämmung und eine große optische Auswahl. Allerdings können sie erst ab einer Neigung von 25 Grad genutzt werden. Ihre Lebensdauer liegt bei 40 bis 60 Jahren und ihre Kosten belaufen sich auf etwa zehn Euro pro Quadratmeter für gewellte und 30 bis 50 Euro für ebene Faserzementplatten.

Schiefer

Als robustes und langlebiges Material wird Schiefer bereits seit langer Zeit als Dacheindeckung verwendet. Vor allem im Norden von Deutschland sind Schieferplatten eine häufige Erscheinung, da sie als besonders sturmsicher gelten. Aber auch anderswo erfreuen sie sich aufgrund ihrer seidigen Optik großer Beliebtheit und hierbei gibt es eine große Auswahl an Schiefer-Arten, Farben oder Formen der Dacheindeckung. Dementsprechend groß sind auch die Preisunterschiede, die bei etwa 45 bis 90 Euro pro Quadratmeter liegen. Mit 90 bis 100 Jahren hat Schiefer dafür eine sehr lange Lebensdauer. Einziger Nachteil ist – neben dem vergleichsweise teuren Preis – das hohe Gewicht der Platten.

Metall

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Metallarten, die als Dacheindeckung genutzt werden können. Metalle bringen dabei den Vorteil mit sich, dass sie an jede beliebige Dachform angepasst werden können. Dadurch bieten sie maximale Flexibilität und Individualität, wenn es um die Optik geht. Die längste Lebensdauer hat Kupfer mit meist mehr als 100 Jahren – und das bei fast vollständiger Wartungsfreiheit. Aber auch andere Metalle kommen als Dacheindeckung problemlos auf eine Lebensdauer von 40 bis 90 Jahren. Je nach Metall schwanken zudem die Preise und liegen bei etwa 40 bis 180 Euro pro Quadratmeter. Wichtig ist jedoch, dass es sich um hochwertige Materialien handelt, die richtig verlegt werden, damit es zu keiner Korrosion kommt. Gerne werden Metalldächer zudem mit weiteren Materialien kombiniert.

Damit ist die Liste an gängigen Materialien zur Dacheindeckung noch nicht zu Ende. Es lohnt sich also, sich über die spezifischen Vor- sowie Nachteile zu informieren und dabei auch die Optik zu berücksichtigen. Zudem kann nicht jedes Material auf jeder Unterkonstruktion montiert werden, sondern sie stellen spezifische Anforderungen an Aspekte wie die Dachneigung. Es ist daher empfehlenswert, sich von einem Experten beraten zu lassen, was im Einzelfall sinnvoll und überhaupt möglich ist.

Schritt 3: Solaranlage planen

Wie im ersten Schritt erwähnt, sollten die Bauherren bei der Suche nach dem optimalen Material auch die Frage beantworten, ob sie im Zuge der Dacheindeckung direkt eine Solaranlage installieren möchten – oder diese für die Zukunft in Erwägung ziehen. Daraus ergeben sich schließlich zahlreiche Vorteile, beispielsweise finanzieller Art, die in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden. Die Installation einer solchen Photovoltaikanlage ist zwar prinzipiell bei allen gängigen Dacheindeckungen in Deutschland möglich, je nachdem werden aber unterschiedliche Montagesysteme notwendig. Zudem sollte das Dach zumindest die Lebensdauer der PV-Anlage überdauern, die bei etwa 30 Jahren liegt. Es ist daher in vielen Fällen sinnvoll, die Neueindeckung mit der Installation einer Solaranlage zu verbinden. Dann müssen jedoch weitere Aspekte berücksichtigt werden, beispielsweise bezüglich der Kostenfrage, des Stromanschlusses, der Anmeldung, der Förderung, u. v. m.

Solaranlage Dach

Schritt 4: Vorhandenes überprüfen

Nachdem die Fragen nach dem Material und der Solaranlage beantwortet wurden, ist es wichtig, die Unterkonstruktion zu überprüfen. In einigen Fällen muss diese saniert oder angepasst werden, um ein funktionales sowie langlebiges Dach nach den eigenen Vorstellungen zu erhalten. Hierfür sollte ein Fachbetrieb beauftragt werden. Ebenso stellt sich die Frage, ob die Dachdämmung erneuert werden soll oder muss, denn wer eine Dachsanierung vornimmt, muss die aktuellen Vorgaben der Energieeinsparverordnung erfüllen. Noch strengere Vorgaben gelten für Neubauten. Falls die vorhandenen Voraussetzungen nicht für das gewünschte Material geeignet sind, bietet dieser Schritt also eine Chance, diese zu verändern und somit die Dacheindeckung oder die Solaranlage nach den eigenen Vorstellungen umsetzen zu können.

Schritt 5: Finanzierung klären

Nun wissen die Bauherren, welche Sanierungsarbeiten notwendig sind, wie viel Geld sie für eine PV-Anlage einplanen müssen und welche Kosten für unterschiedliche Materialien anfallen. Zudem kann geprüft werden, ob für die jeweilige Dacheindeckung eine Fördermöglichkeit besteht. Die KfW fördert einige Sanierungsmaßnahmen zur energetischen Verbesserung mit zinsgünstigen Krediten oder (Tilgungs-) Zuschüssen. Förderfähig sind zum Beispiel Erneuerungen an der Dach- oder Traglattung, der Austausch von Dachsteinen, eine Erneuerung der Dachentwässerung, die Installation einer Solaranlage und viele weitere Maßnahmen. So kann im letzten Schritt geprüft werden, ob das gewählte Material zum verfügbaren Budget passt.

Fazit zum Thema Dacheindeckung

Das Thema Dacheindeckung wirft zunächst viele Fragen auf. Wegen der Komplexität ist ein Schritt-für-Schritt-Vorgehen ratsam. Dadurch werden alle wichtigen Aspekte beachten und die Kosten können möglichst genau aufgestellt werden. In unserer Kategorie Bauen und Renovieren findest Du weitere Beiträge mit praktischen Tipps. Hast Du noch Anmerkungen zur Dacheindeckung? Schreibe gerne einen Kommentar! ☺

Bildquellen:

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Lisa

Lisa unterstützt das Marketing-Team unseres Online-Baumarkts als Jun. Online Marketing Managerin. Sie befasst sich regelmäßig mit den aktuellsten Trends, Produktneuheiten und wissenswerten Inhalten rund um die Bereiche Haus und Garten. Gemeinsam mit dem Rest des Teams testet Lisa Produkte aus unserem Online-Baumarkt-Sortiment, gestaltet DIY-Projekte und bereitet spannende Heimwerk-Themen verständlich für Dich auf.

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