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Haushaltsgeräte reparieren: Was ist überhaupt noch möglich und was benötigst Du dafür?

Haushaltsgeräte reparieren: Was ist überhaupt noch möglich und was benötigst Du dafür?

Haushaltsgeräte sind nützliche Helfer im Alltag. Sie unterstützen beim Putzen, Kochen, Waschen oder Dienen für kleine Bastel- und Reparaturarbeiten im Haus. Doch wenn die Geräte ihren Dienst einstellen, ist die Versuchung nach dem Neukauf immer groß. Ein neues Gerät verspricht eine bessere Performance und größere Funktionsvielfalt. Trotzdem solltest Du erst einmal schauen, ob Du Deine Haushaltsgeräte reparieren kannst und selbst wieder in Gang bekommst. Du kannst damit viel Geld sparen und trägst aktiv zur allgemeinen Nachhaltigkeit bei. In diesem Text verraten wir Dir, welche Reparaturen Du selbst durchführen kannst und wovon Du besser die Finger lässt.

Grundsätzliches zur Reparatur von Elektrogeräten

Bei Google und YouTube sieht es immer so einfach aus. Das Haushaltsgerät funktioniert nicht, man gibt die Symptome ins Suchfeld ein und voila: Reparaturanleitungen in Wort, Bild und Video präsentieren, wie der Fehler behoben wird. Doch ganz so einfach ist es nicht. Bei laienhaften Reparaturversuchen können auch Schäden entstehen.

Grundsätzlich solltest Du keinen Reparaturversuch bei Geräten unternehmen, die noch in der gesetzlichen Gewährleistungsfrist sind. Auch wenn diese schon abgelaufen ist, schau lieber noch mal in die Kaufunterlagen. Möglicherweise hast Du eine Fünf-Jahres-Garantie abgeschlossen, wie sie für Neugeräte immer häufiger angeboten wird. In diesem Fall bist Du fein raus. Ruf einfach den Verkäufer oder die Verkäuferin an, er oder sie kümmert sich um den Rest. Findet die Person aber ein teilzerlegtes Gerät vor, wird die Reparatur auf Garantiebasis verweigert. Auch kann es sein, dass für Deinen  spezifischen Gerätefehler eine Rückrufaktion gestartet wurde. Du hast damit auch bei abgelaufener Gewährleistung noch gute Chancen auf eine kostenlose und vor allem professionelle Reparatur der Haushaltsgeräte.

Haushaltsgeräte werden elektrisch betrieben. Wir weisen darauf hin, dass Laien nicht an elektrischen Leitungen aller Art arbeiten sollten. Die hier beschriebenen Schritte sind nur eine allgemeine Beschreibung und keine Anleitung zur Reparatur. Wir schließen deshalb ausdrücklich jegliche Haftung für Folgeschäden aus, die sich aus unqualifizierten Reparaturversuchen ergeben! Fehlerhaft reparierte Elektronik ist auch stets eine Brandgefahr. Wir raten deshalb dringend davon ab, zu tief in die Materie einsteigen zu wollen, bevor Du Dir das erforderliche Wissen angeeignet hast.

Markengeräte haben Vorteile

Die erste Frage beim defekten Haushaltsgerät lautet: Handelt es sich um ein Markengerät oder ist es Billigware aus dem Supermarkt? Im ersten Fall ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man die passenden Ersatzteile bestellen kann. Im zweiten Fall wird das eher unwahrscheinlich sein. Leider kann man sich jedoch nicht mehr darauf verlassen, dass Markengeräte grundsätzlich länger halten. Es kommt auch vor, dass diese kurz nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist die Arbeit einstellen. Dennoch hast Du in diesem Fall noch eine gute Versorgung mit Ersatzteilen.

Was Du zum Haushaltsgeräte reparieren benötigst

Es gibt Werkzeuge, die sollte man immer im Haushalt haben. Jedoch gibt es für verschiedene Anwendungsbereiche auch unterschiedliche Werkzeuge wie:

  • Set Elektro-Schraubendreher: Schlitz, Kreuz und Torx
  • Demontagehilfe für Gehäuse
  • Spitzzange
  • Schraubendreher für Geräteschrauben
  • Döschen zum Aufbewahren von Kleinteilen
  • Magnet
  • Multimeter
  • sauberer und sicherer Arbeitsplatz mit guter Beleuchtung.
  • ggf. Plastik-Schweißgerät
  • Multischleifer

Achte beim Kauf Deiner Werkzeuge auf Markenqualität. Billige Schraubendreher brechen an der Spitze ab und können Dir die Schraubköpfe kaputtmachen. Dann wird das Zerlegen Deines Haushaltsgerätes schwierig. Gib also lieber ein paar Euro mehr für eine vernünftige Qualität aus. Dann macht das Reparieren auch Spaß. Demontagehilfen sind kleine Laschen aus Kunststoff. Mit diesen kannst Du Gehäusehälften aufhebeln, ohne dass Du dabei Macken verursachst.
Geräteschrauben erkennst Du an der dreieckigen Vertiefung im Kopf. Sie werden heute nur noch selten verbaut und es gibt sie in wenigen Größen.

Was Du selbst kannst beim Haushaltsgeräte reparieren

Grundsätzlich: Zieh immer den Stecker ab, baue ggf. die Akkus aus und lass das Gerät einige Stunden vom Netz getrennt, bevor Du es öffnest. Fernseher reparierst Du bitte überhaupt nicht. Diese haben Strom speichernde Komponenten, die auch bei Netztrennung noch Verletzungen auslösen können.

„Reparieren“ ist mehr als der Austausch von Ersatzteilen. Es bedeutet auch fachgerechtes Zerlegen, reinigen, prüfen und gründliche Schadensanalyse. Richte Dich deshalb bei Deinen  Reparaturversuchen nach Deiner Kompetenz und nach dieser Reihenfolge:

1. Schäden am Gehäuse, Türen und Klappen
2. Leicht zugängliche mechanische Schäden
3. Austausch von lösbaren elektronischen Komponenten
4. Reparatur von nicht lösbaren elektronischen Komponenten.

Risse in Gehäusen beheben

Wenn ein Gehäuse Risse zeigt, eine Tür aus ihrem Scharnier gebrochen ist oder Klappen sich nicht mehr schließen lassen, dann kannst Du einen Reparaturversuch auch als Laie wagen. Wichtig ist hierbei, dass Du beim Öffnen und Zerlegen vorsichtig vorgehst. Halte Dich an den Grundsatz „Wenn es klemmt, machst Du was falsch – gehst Du mit Gewalt dran, machst Du es kaputt“. Häufig verstecken sich Gehäuseschrauben hinter Aufklebern oder Gummifüßen. Erst wenn Du Dir ganz sicher bist, alle Schrauben entfernt zu haben, solltest Du die Gehäusehälften trennen. Nimm ausschließlich die korrekten Schraubendreher, um die Geräteschrauben zu entfernen. Du kannst sie mit einem falschen Werkzeug schnell rund drehen. Dann wird das Zerlegen Deines Gerätes sehr schwierig. Sortiere die Schrauben nach Länge auf dem Magnet. So kannst Du sie nicht verlieren.

Falls das Ersatzteil nicht mehr lieferbar ist, nimm das Plastikschweißgerät. Es ist wichtig, dass jeder Riss wieder ganz geschlossen wird. Sonst kann Schmutz und Feuchtigkeit ins Innere eindringen und die Elektronik beschädigen.

Mechanische Schäden nach Aufwand

Leicht zugängliche mechanische Schäden sind beispielsweise defekte Knöpfe an Elektroherden, Scharniere von Backöfen oder Griffe von Kühlschränken. Diese baust Du einfach aus und tauschst sie gegen ein Neuteil. Typische mechanische Komponenten sind folgende:

  • Riemen
  • Dichtungen
  • Scharniere
  • Kohlen von Elektromotoren
  • Ggf. Lager

Problematisch wird es, wenn das mechanische Bauteil zu tief in deinem Haushaltsgerät sitzt. Ein typisches Beispiel ist das Motorkohlen einer Waschmaschine. Einen Defekt bemerkt man meist daran, dass die Trommel nicht mehr richtig arbeitet und sich diese nicht mehr richtig dreht. Es ist jedoch möglich, dieses Bauteil selbst zu tauschen.

Haushaltsgeraete reparieren wie Waschmaschinen

Elektronik im Griff

Schalter, Taster und Stromkabel lassen sich leicht austauschen. Schalter sind meistens nur mit Laschen an ihren Kontakten befestigt. Diese ziehst Du vorsichtig mit der Spitzzange ab. Mach Dir sicherheitshalber vorher ein Foto, damit Du das Ersatzteil auch richtig einbaust.

Unser Tipp: Falls ein Schalter durch den Hersteller nicht mehr lieferbar ist, schau ihn Dir genau an. Wenn eine Nummer darauf zu erkennen ist, kannst Du danach recherchieren und sie beim Großhändler bestellen. Falls lieferbar, kannst Du auch ganze Platinen einfach wechseln. Achte aber bei allen Arbeiten in der Elektronik auf Sauberkeit und dass kein Wasser eindringt.

Die Königsdisziplin: Elektroreparatur

Sobald Du zum Lötkolben greifen musst, solltest Du Dir Deinen Reparaturversuch noch mal gut überlegen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Du dabei mehr Schaden anrichtest. Im schlimmsten Fall löst Du einen Brand oder eine Explosion aus. Überschätze deshalb Dein Können nicht. Solange es um den Austausch einer LED geht, kannst Du es vielleicht gerade noch versuchen. Sobald aber der Wechsel von Elkos, Trafos und anderen Komponenten geht, solltest Du es den Fachleuten überlassen.

Diagnosehilfen

Zum Schluss möchten wir Dir noch eine kleine Diagnosehilfe geben, mit der Du einen Schaden eingrenzen kannst:

– Klappern und Klopfen bei Betrieb: Lagerschaden, austauschen.
– Quietschen: Riemen rutscht durch, spannen oder austauschen.
– Starke Funkenbildung und niedrige Drehzahl vom Motor: Kohlebürsten verschlissen, austauschen.
– Schalter geht nicht: Verschmutzung oder Kontakt lose, Reinigungsversuch oder austauschen.
– Lampe geht nicht an: Leuchtmittel durchgebrannt, austauschen.
– Motorlauf hat Aussetzer: Stromkabel hat Wackelkontakt, austauschen.
– Sicherung löst aus: Elektronik defekt, Gerät professionell reparieren lassen.
– Motor qualmt und wird heiß: Rotor ist blockiert, zerlegen, lösen und reinigen.
– Aus dem Gehäuse kommt Rauch: Elektronik defekt – Stecker ziehen und Gerät entsorgen, Elektriker informieren.

Beim letzten und vorletzten Fall sollte die Sicherung von Deiner Hauselektrik auslösen. Falls das nicht passiert, hast Du dort einen Fehler. Lass das umgehend durch einen professionellen Elektriker begutachten. Das ist eine potenzielle Brandgefahr für Dein Haus, die Du nicht vernachlässigen darfst.

Schönes Hobby mit viel Potenzial

Das Reparieren von Haushaltsgeräten ist ein schönes Hobby, bei dem Du viel lernen kannst. Wage Dich aber immer nur dann einen Schritt weiter, wenn Du Dir absolut sicher bist. Du kannst auch den Umgang mit dem Lötkolben und die Reparatur von fest verbauten Komponenten noch lernen. Gehe dabei aber systematisch und vorsichtig vor. So bist Du immer auf der sicheren Seite.

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Lisa

Lisa unterstützt das Marketing-Team unseres Online-Baumarkts als Jun. Online Marketing Managerin. Sie befasst sich regelmäßig mit den aktuellsten Trends, Produktneuheiten und wissenswerten Inhalten rund um die Bereiche Haus und Garten. Gemeinsam mit dem Rest des Teams testet Lisa Produkte aus unserem Online-Baumarkt-Sortiment, gestaltet DIY-Projekte und bereitet spannende Heimwerk-Themen verständlich für Dich auf.

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